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Bonner Verein » Theater Fulminant » Aktuelles

"Und irgendwann bist du Mackie Messer"

Es ist ein eiskalter Dienstagnachmittag und dicke Schneeflocken liegen vor dem Eingang des Bonner Vereins für gemeindenahe Psychiatrie e.V. in der Bonner Eifelstraße. Im warmen Probenraum des Theaters „fulminant“ riecht es nach Holz und Parfum. In den Schränken und Regalen sind eine Vielzahl an Requisiten und Kostümen zu finden, die ersten Darsteller sind schon anwesend und warten.

Theaterleiterin Ulrike Pyll-Heidkamp bereitet gerade die heutige Probe vor.  An einer der Wände prangt das große Plakat zur Aufführung. Darunter sitzen der 31-jährige Kölner David Poll und seine Schauspielkollegin Angie Tonner, zwei der Hauptdarsteller der „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht, die sie nun seit fast einem Jahr einstudieren. David spielt darin den berühmten Gangster Mackie Messer. Er ist groß, hat dunkle Haare und Augen, Bart und eine kräftige Statur. Wer die Dreigroschenoper kennt, wird in ihm einen gut besetzten Mackie sehen. Die 51-jährige Angie spielt die Rolle der Mrs. Peachum.   „In der Theatergruppe ist man willkommen, kann sich ausprobieren.“  

Doch für Angie und David ist das Schauspiel weder Beruf noch einfaches Hobby. Die beiden sind, wie jeder der 20 Darsteller, von einer psychischen Beeinträchtigung betroffen. Ihre Erkrankung ist hier aber kein Thema. Stattdessen beschreibt Angie das Gefühl, das ihr die Theatergruppe gibt. „Man kann sich ausprobieren, wird ermutigt. Man ist willkommen. Am Anfang war ich noch sehr schüchtern, jetzt fühlt sich alles ganz natürlich an“, so die große blonde Frau. Beide nehmen das Theaterangebot des Bonner Vereins für gemeindenahe Psychiatrie e.V.  als künstlerisches Angebot zusätzlich zum Therapeutischen wahr.  

Der Verein ist in Bonn zentrale Anlaufstelle für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen. Menschen, die verlernt haben, regelmäßigen Tagesabläufen nachzugehen und in vielen Fällen ihre Arbeit aufgeben und von vorne beginnen mussten. Mit niederschwelligen Arbeitsangeboten und vielfältigen zusätzlichen Kursen wie der Theatergruppe können sie langsam wieder feste Strukturen erarbeiten und im besten Fall irgendwann zurück in ihr gewohntes Leben gehen.              

Die kreative Betätigung fordert Verantwortung und Regelmäßigkeit, damit trägt sie zu einer erfolgreichen Therapie maßgeblich bei   Theater zu spielen bietet den Darstellern eine gute Möglichkeit, sich auf künstlerische Weise zurück an Gewohnheiten und Verpflichtungen zu gewöhnen. „Die Proben sind viel Arbeit, sie erfordern Präzision, Pünktlichkeit und Ausdauer“, erklärt Ulrike Pyll-Heidkamp. Also all jene Qualifikationen, die Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen besonders schwer fallen.   Abgesehen davon ist das Schauspiel aber auch Therapie für die Seele und Ablenkung von den Problemen des Krankheits-Alltags. „Ich lerne meinen Text schnell und wachse in meine Rolle hinein, BIN auf der Bühne Mackie Messer“, so David. „Es ist eine ganz andere Welt um mich, wenn ich spiele, einfach schön“, bestätigt auch Angie.   Mittlerweile kommt David täglich nach Bonn, um die letzten Details einzuüben und die Lieder, die er singen wird, zu verfeinern. Auch Angie geht ihren Text im Kopf von früh bis spät durch. Sind die beiden vor der großen Premiere jetzt eigentlich schon sehr nervös? „Ja, definitiv“, sagt Angie, während es für David normalerweise „erst kurz vor der Aufführung losgeht“. Dann wird es, in berühmten Worten, wieder „Und Macheath, der hat ein Messer, doch das Messer sieht man nicht“, heißen.    

Letzter Spieltermin 2013: 

09.04.2013 16:30 Uhr LVR-Klinik Bonn, neue Tagungsräume

 

Theater fulminant eröffnet Spielsaison mit der Dreigroschenoper. Jetzt Tickets sichern!

Vorhang auf!

Theater fulminant spielt die berühmte "Dreigroschenoper" von Bertolt Brecht. Seien Sie dabei, wenn der gefährliche Gangster aus London in Bonn und Köln sein Unwesen treibt.

Reservieren Sie sich jetzt Ihre Tickets für die kommenden Termine in Köln und Bonn:

21.02. und
22.02.2013
| 18:30 Uhr   | Uniklinik Köln, Eingang Gleueler Straße

06.03.2013 | 18:30 Uhr   | Opernfoyer, Oper Bonn

09.04.2013 | 16:30 Uhr   | LVR-Klinik Bonn, neue Tagungsräume 

Tickets: Unter 0228-6044766 (tägl. ab 12 Uhr, Band-Ansage)*

* Es erfolgt keine Bestätigung! Rückruf erfolgt nur, wenn die Veranstaltung ausverkauft ist. Kartenausgabe und Abendkasse ab 17.45h direkt am Aufführungsort.

| Preise und weitere Informationen im Veranstaltungsflyer |

 

Besuchen Sie uns außerdem bei der Bonner Theaternacht 2013!
Theater fulminant spielt Auszüge aus der "Dreigroschenoper":

20.04.13 | 19:30 Uhr bis 20:00 Uhr sowie | Uni Bonn, Hörsaal 17, am Hofgarten
                  20:30 Uhr bis 21:00 Uhr           
 

 

 

Letzter Vorhang für „Leonce und Lena“ auf der Bonner Theaternacht

Bonn, 11. Juni 2012 | Zum letzten Mal hat die Theatergruppe Fulminant ihr vielumjubeltes Stück „Leonce und Lena“ auf der Bonner Theaternacht aufgeführt. Die letzte Darbietung war für das Ensemble ein großer Erfolg und ein schöner Abschluss. Über 80 Zuschauer waren zur Aufführung der 40-minütigen Kurzversion des Stücks ins LVR-Museum gekommen und bedankten sich nach der Vorstellung mit begeistertem Applaus.

Viele Zuschauer bedankten sich noch persönlich bei den Darstellern und waren so begeistert, dass sie gerne die Vollversion des Stücks sehen wollten. „Leider wird es keine weitere Vorstellung von ‚Leonce und Lena’ mehr geben“, bedauert Ulrike Pyll-Heidkamp, Leiterin des Ensembles. „Doch ich kann alle Zuschauer beruhigen. Zur Zeit arbeiten wir an Brechts Dreigroschenoper, die wir im nächsten Jahr gerne wieder in größerem Rahmen aufführen möchten“, so Pyll-Heidkamp weiter.
 

Neue Musikanlage verstärkt die Theatergruppe

Bonn, 4. Mai 2012 | Die Theatergruppe "Fulminant" bekommt zur musikalischen Gestaltung ihrer Stücke Unterstützung durch eine professionelle Musikanlage. Als eines von elf sozialen Projekten wurde die Anschaffung einer neuen Musikanlage vom Bonner Spendenparlament zur Förderung ausgewählt. Das Bonner Spendenparlament ist eine Bürgerinitiative, die Spenden sammelt und diese an karitative Projekte in der Bundesstadt verteilt.

Bisher musste sich das Ensemble das technische Equipment immer ausleihen, was mit hohem Aufwand und Kosten verbunden war. Ab sofort wird die professionelle Anlage die Aufführungen der Theatergruppe unterstützen und für einen noch besseren Klang sorgen. "Wir sind sehr glücklich über die neue Ausstattung und bedanken uns herzlich beim Bonner Spendenparlament für die großzügige Unterstützung", freut sich Ulrike Pyll-Heidkamp, Leiterin des Ensembles "Fulminant".

Aktuelle Probenarbeit

Bonn, 9. Februar 2012 | Zur Zeit arbeiten wir parallel an zwei neuen Projekten:

Das erste Stück ist ein kleinerer, zum Kurzauftritt umgearbeiteter Prosatext (ca. 30 Minuten), welcher eher komisch bzw. satirisch daherkommen soll und für die Sommerfeste der Niederschwelligen Werkstatt, der GVP sowie des Tageszentrums des Bonner Vereins vorgesehen ist. Damit könnte die Gruppe aber auch in anderen Vereinen zu diversen Anlässen auftreten.

Das zweite Stück ist ein neues großes Theaterprojekt, nämlich die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht. Dieses Stück möchten wir Anfang bis Mitte 2013, je nach erforderlicher Probendauer, gerne wieder im größeren Rahmen aufführen. Für die Dreigroschenoper sind wir noch auf der Suche nach Darstellern für kleinere Rollen. Interessierte können sich gerne bei Ulrike Pyll-Heidkamp unter Telefon (0228) 6044766 oder per E-Mail unter pyll-heidkamp(..at..)bonner-verein.de melden.

 

"Leonce und Lena" - letzte Aufführung (2011) im Opernfoyer

Bonn, 5. Dezember 2011 | Nach einem Jahr voll intensiver Probenarbeit war es im September endlich soweit: „Leonce und Lena“ von Georg Büchner feierte an der Uniklinik Köln seine Vorpremiere. Die Premiere im Kulturbistro Pauke und eine weitere Aufführung im Festsaal der LVR-Klinik folgten. Am 5. Dezember 2011 fiel für das vielgefeierte Stück der Theatergruppe „Fulminant“ im Opernfoyer der Bonner Oper der letzte Vorhang für dieses Jahr.

In dem Stück aus dem 19. Jahrhundert geht es um Prinz Leonce aus dem Königreich Popo, der die ihm völlig unbekannte Prinzessin Lena aus dem Königreich Pipi heiraten soll. Um der Hochzeit zu entgehen, flüchtet er zusammen mit seinen treuen, aber arbeitsscheuen Dienern Valerio und Valeria in Richtung Italien und erlebt dort Erstaunliches. Ein Höhepunkt der Aufführung des Stückes durch „Fulminant“ waren die Lieder von Herbert Grönemeyer, die die Protagonisten vorher zusammen mit dem musikalischen Leiter des Büchner-Stückes Matthias Ebbinghaus einstudiert hatten.

Trotz der psychischen Beeinträchtigungen ist es allen Darstellern gelungen, die Texte und Lieder einzustudieren und das Publikum bei den insgesamt fünf Vorstellungen mit ca. 600 Besuchern zu begeistern.

Reaktionen der Presse und des Publikums auf die Aufführungen finden Sie hier.  


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